Droga ekspresowa S19

Woiwodschaft:

Die Droga ekspresowa S19 (pol. für ‚Schnellstraße S19‘) ist entlang der polnischen Ostgrenze als Nord-Süd-Verbindung zwischen Weißrussland und der Slowakei geplant. Sie soll Hrodna, Białystok, Lublin, Rzeszów und Košice miteinander verbinden. Im südlichen Verlauf ab dem Knoten Rzeszów-Południe bis zur Grenze der Slowakei wird sie ein Teil der Europastraße 371 sein.

Im Netzplan Polens aus dem Jahre 1939 war die Strecke Białystok–Hrodna als Teil der Linie Warszawa – Vilnius – Daugavpils vorgesehen. Die Verbindung Białystok – Lublin – Košice fehlte völlig. Die Pläne von 1945 und 1946 enthielten weiterhin den Abschnitt von Białystok Richtung Vilnius sowie eine Strecke, die von Warszawa über Radom nach Košice geführt werden sollte. Hingegen fehlte nach wie vor eine direkte Verbindung von Białystok über Lublin nach Košice. Auch im Plan des Jahres 1963 blieb es bei diesem Vorhaben, wobei die Strecke Warszawa – Radom nunmehr nur zur Fortführung bis Rzeszów vorgesehen war. 1971 entfiel schließlich auch die Strecke Białystok Richtung Vilnius bzw. Moskau, so dass in diesem Netzplan nicht ein einziges Teilstück der heutigen S19-Trasse enthalten war. Lediglich an der Verbindung Warszawa – Radom – Rzeszów wurde festgehalten. Erstmals 1976 tauchte in den Plänen eine Strecke auf, die der heute geplanten S19-Verbindung zwischen Białystok, Lublin, Rzeszów und der Landesgrenze sehr ähnlich ist und nach Budapest fortgesetzt werden sollte. Dagegen fehlte das Teilstück von Białystok in Richtung Vilnius. Seit 1985 findet sich in den Netzplänen (1993, 1996, 2001, 2003

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, 2004) die Strecke in ihrer heutigen Form unverändert.

Die Umfahrung von Kock umfasst einen 7,9 Kilometer langen Straßenabschnitt, der als Erster als Teil der S19 beschildert ist. Der Abschnitt ist mit nur einer Fahrbahn und zwei Fahrstreifen ausgestattet, besitzt jedoch zwei höhenfreie Autobahnknoten. Der Bauvertrag mit der Baufirma Strabag wurde am 4. August 2009 unterschrieben. Es wurde eine 32 Monate lange Bauzeit vereinbart. Der Fertigstellungstermin war für den 4.&nbsp

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;April 2012 festgelegt worden. Jedoch wurden die Bauarbeiten so beschleunigt, dass die Fahrbahn komplett am 21. Dezember 2011 für den Verkehr freigegeben werden konnte. Die letzten Arbeiten außerhalb der Fahrbahn wurden noch bis zum im Bauvertrag festgelegten Termin fortgeführt werden. Die Baukosten beliefen sich auf 223 Mio. Złoty, wovon 176 Mio. Złoty von der Europäischen Union getragen wurden.

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Kalt wie Blut

Kalt wie Blut (englischer Originaltitel: The Coldest Blood) ist ein 2006 (Deutsche Ausgabe: 2007) erschienener Kriminalroman des britischen Autors Jim Kelly.

Kalt wie Blut ist der vierte Teil der Serie um den Lokalreporter Philip Dryden. Kelly greift hier erneut auf sein Erfolgsrezept zurück, Jahrzehnte zurückliegende Verbrechen mit Ereignissen der Gegenwart zu verknüpfen.

Zwei Männer sterben im Abstand von nur wenigen Tagen. Offizielle Todesursachen sind Unfall und Selbstmord. Dryden vermutet Mord, zumal die Opfer einzige Belastungszeugen in einem bevorstehenden Prozess gegen die katholische Kirche sind, bei dem es um lange zurückliegende Misshandlungen in einem Waisenhaus geht

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. Bei seinen Ermittlungen stößt Dryden auf ein weiteres Mordmotiv: Die beiden Männer waren als Entlastungszeugen für ein Wiederaufnahmeverfahren vorgesehen, bei dem die Rehabilitierung und Haftentlassung eines vor 30 Jahren verurteilten Mörders verhandelt werden sollte.

Mühsam versucht Dryden, die Ereignisse zu rekonstruieren, die sich vor 30 Jahren in einem Ferienresort abgespielt haben. Langsam wird ihm klar, dass er als Zwölfjähriger – ohne es zu ahnen – selbst in die damaligen Geschehnisse verwickelt war. Im Zentrum scheint die attraktive Besitzerin der Anlage zu stehen, die Ehefrau des seit 30 Jahren einsitzenden mutmaßlichen Mörders.

Namhae-gun

Namhae-gun (koreanisch: 남해군) ist ein Landkreis in der Provinz Gyeongsangnam-do in Südkorea. Der Landkreis, besteht im Wesentlichen aus den beiden großen Inseln, Namhaedo (남해도) und Changeondo (창선도). Die größte Stadt des Landkreises ist Namhae. Sie befindet sich auf der Insel Namhaedo.

Namhae-gun besteht aus der Hauptinsel Namhaedo, der wesentlich kleineren Insel Changeondo, den drei kleinen bewohnten Inseln, Jodo (조도)

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, Hodo (호도) und Nodo (노도) und aus weiteren 73 kleinen unbewohnten Inseln.

Der Landkreis erstreckt sich mit einer Fläche von 357,33 km2 über 26 km in die Breite und 30 km in die Länge. Namhae-gun stellt damit drei Prozent der Landfläche der Provinz Gyeongsangnam-do. Die 302 km lange Küstenlinie des Landkreises verfügt über viele Einbuchtungen und Naturhäfen, sowie großen Sandstrände im Nordwesten. Die höchsten Erhebungen befinden sich mit den Bergen Mangun (망운산) (786 m), Geum (금산) (701 m) und Won (왼산) (627 m) auf der Insel Namhaedo.

Auf und um Teilen der Hauptinsel liegt der Hallyeohaesang-Nationalpark (한려해상국립공원), der knapp 79 km2 der Insel belegt und insgesamt eine Gesamtfläche von 545,63 km2 abdeckt. 72,3 % des Parks liegen im Meer.

Es ist bisher nicht geklärt, ab wann die Inseln besiedelt wurde. Man geht aber davon aus, dass bereits vor der Samhan-Periode (삼한) (1. Jh. v. Chr. bis 3. Jh. n. Chr.) die ersten Menschen kamen und sich vom Fischfang und den Erträgen des Bodens ernährten. Nachweislich erwähnt wurde Namhae erstmals im 7. Regierungsjahr des Königs Shinmun (진문) der Vereinigten Silla Dynastie, also um 690 n mcm taschen sale. Chr. Allerdings wurde der Landkreis noch unter dem Namen Jeonyasan-gun geführt und war juristisch Cheongju (청주시) unterstellt. Im Jahr 757 wurde der Landkreis unter dem König Gyeongdeok der Administration von Gwangju (광주 광역시) zugeordnet und in Namhae-gun umbenannt.

1018 erfuhr der Landkreis unter dem König Hyeonjong eine erneute Namensänderung und nannte sich ihm zu Ehren Namhae-hyeon. 1413, zur Zeit der Chosun Dynastie, wurde Namhae-hyeon dem Landkreis Hadong, nördlich von Namhae-hyeon auf dem Festland liegend, zugeordnet und bekam den Namen Hanam-hyun. Weitere administrative Zuordnungen folgten, sowie die Umbenennung in Namhae-hyun im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts.

Im Zuge des Kriegs zwischen Korea und Japan war ab 1592 der Landkreis für sieben Jahre unbewohnbar. 1895 wurde Namhae-hyun schließlich in Namhae-gun umbenannt und in 8 Myuns (koreanische Administrationseinheiten) aufgeteilt. 1973 wurde Namhae-myeon zur Eup (größte Stadt eines Landkreises als administrative Einheit) erhoben und der Rest in sieben Myeons (administrative Einheit eines Landkreises) aufgeteilt. Später wurden durch eine weitere administrative Reorganisation die beiden Myeons Sangju und Miju gebildete, so dass der Landkreis Namhae-gun von diesem Zeitpunkt an über ein Eup und neun Myeon verfügte.

Namhae-gun ist über zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Die Namhae-Brücke (남해대교), 1973 als Hängebrücke errichtet, ist 660 m lang und verbindet Namhae-gun mit Hadong-gun im Norden. Die Changseon-Samcheonpo-Brücke (창선-삼천포대교), die Namhae-gun über drei Inseln mit dem Festland im Nordosten verbindet, besteht eigentlich aus fünf einzelnen Brücken unterschiedlicher Bauart. Die Brücken wurden 2003 erbaut und haben eine Gesamtlänge von 3,4&nbsp

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;km.

Im Juni 2011 wurde ein Fähr-Terminal in Seosang Port (서상 항구) fertiggestellt. Zwei Fährschiffe mit einer Kapazität von 200 Personen sollten zur Expo 2012 in Yeosu (여수시) eine 20-minütige Fährverbindung zwischen Yeosu und Namhae-gun ermöglichen und damit Touristen anziehen.

Der nächstgelegene Flughafen liegt auf dem Festland südlich von Jinju (진주시).

Namhae-gun lebt von der Landwirtschaft, Fischerei und dem Tourismus, wobei letzterer klar der wachsende Wirtschaftszweig des Landkreises ist. Auf Grund seiner Lage, des günstigen Klimas und der Naturlandschaften der Inseln muss sich Namhae-gun um ausbleibende Touristen nicht fürchten.

Die Naturlandschaft von Namhae-gun besteht hauptsächlich aus einer bewaldeten Berglandschaft mit felsigen Küstenabschnitten und sandigen Buchten. Im nordöstlichen zur Jinju-Bucht (진주만) gewandten Teil von Namhaedo verlaufen die Küstenabschnitte meist flacher. Dort bestimmt die Landwirtschaft das Landschaftsbild.

Neben dem Hallyeohaesang-Nationalpark befindet sich im Norden der Insel Namhaedo der 227 ha große Namhae Pyeonbaek Natural Recreation Forest. Der Wald wurde 1998 für Erholungszwecke seiner Bestimmung übergeben. Namensgeber für den Wald waren die Pyeonbaek-Bäume (편백), in deutsch Hinoki-Scheinzypresse, die den Hauptbaumbestand des Waldes stellen.

Auf den beiden Inseln befinden sich sechs buddhistische Tempel: Boriam (벌이암), Hwabang (화방), Yongmun (용문), Undaeam (운대암), Mangunam (망운암) und Beopheung (벞흥), wobei die drei erstgenannten als touristische Attraktion vermarktet werden. Alle Tempel sind zugänglich.

Der Hallyeohaesang-Nationalpark (한려해상국립공원) stellt eine weitere Sehenswürdigkeit von Namhae-gun dar. Das Hallyeohaesang National Marine Park Office in Sangju-ri, Sangju-myeon und die beiden Informationscenter in Sangju-myeon und Idong-myeon geben Touristen Information und Hilfestellung für den Besuch des Nationalparks.

Ebenfalls auf der Insel befindet sich ein Butterfly Ecological Park mit Schmetterlingshaus, Erfahrungsbereich, einer Schmetterlingsausstellung und Schmetterlingsfarm zum Züchten der Tiere.

Eine Besonderheit in Korea ist Dogil Maeul (독일 마을), das Deutsche Dorf an der Ostküste der Insel Namhaedo. 2001 von dem Provinzpolitiker Du-Kwan Kim (김두관) geplant, bietet das Dorf ehemaligen in Deutschland tätigen koreanischen Gastarbeitern in einer Siedlung mit typisch deutschen Bauwerken und Ausstattung mit ihren koreanischen oder deutschen Lebenspartnern den Ruhestand zu genießen. Das Dorf ist mittlerweile weit über die Grenzen Koreas bekannt und zieht reichlich Touristen an, was von den Bewohnern des Dorfes zwar geduldet, aber nicht so gerne gesehen wird.

Verwaltungssitz: Changwon

Städte (si): Changwon | Geoje | Gimhae | Jinju | Miryang | Sacheon | Tongyeong | Yangsan

Landkreise (gun): Changnyeong | Geochang | Goseong | Hadong | Haman | Hapcheon | Hamyang | Namhae | Sancheong | Uiryeong

Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musiktheaterfestival, das den zehn letzten Opern Richard Wagners (1813–1883) gewidmet ist. Das Festival findet seit 1876 mit Unterbrechungen, seit 1951 alljährlich statt, im eigens dafür vom Komponisten gemeinsam mit dem Architekten Otto Brückwald (1841–1917) geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Die Festspiele dauern in der Regel vom 25. Juli bis 28. August. Leiterin ist Katharina Wagner.

Richard Wagner wünschte sich ein Theater, an dem er als Komponist, Textdichter, Dramaturg und Intendant seine Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk verwirklichen konnte. Dieses sollte sich abseits der Metropolen – ohne Ablenkung und ohne die Kompromisse eines Repertoirebetriebs – voll und ganz der Darbietung seiner Werke widmen können. 1871 entschied er sich für Bayreuth als Standort. Zur Finanzierung der von ihm auf 300.000 Taler geschätzten Kosten für den Bau eines Festspielhauses und die erste Saison gründete er einen Patronatsverein, der unter der Leitung von Marie Gräfin von Schleinitz, einer Freundin von Wagners Frau Cosima Wagner, Anteilsscheine für jeweils 300 Taler ausgab. Der Käufer erhielt einen Sitzplatz für drei zyklische Aufführungen des „Ring“. Dies gilt als Erfindung des Fundraisings. Weitere Vereine gründeten sich in verschiedenen deutschen Städten. Jedoch konnten bis Frühjahr 1873 nur 340 Patronatsscheine abgegeben werden. Das Richtfest des Festspielhauses fand im Oktober 1873 statt, ohne dass die Finanzierung gesichert war. Anfang 1874 drohte die Einstellung des Baus wegen fehlender Finanzmittel, woraufhin König Ludwig II. von Bayern aus freundschaftlicher Verbundenheit mit Wagner ein Darlehen über 100.000 Taler aus seinem Privatvermögen zur Verfügung stellte.

Die Inszenierungen hielten sich bis zum Zweiten Weltkrieg weitgehend an die Regieanweisungen im Originaltext und prägten eine Aufführungspraxis, die auch auf andere Opernhäuser stilbildend wirkte.

Die Auswertung der Archive ergab, dass, wie auch in anderen Opernhäusern Juden im laufenden Theaterbetrieb diskriminiert wurden. „Aber der erbittert judenfeindliche ideologische Rahmen, den Wagner selbst, seine Frau Cosima oder ihr Schwiegersohn Houston Stewart Chamberlain lieferten, den gab es woanders nicht. Dieses klare jüdische Feindbild gab es nur in Bayreuth,“ fasste Hannes Heer 2012 seine Forschung zusammen. Dennoch traten viele bedeutende jüdische Künstler regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen auf, etwa der Münchner Hofkapellmeister Hermann Levi als Dirigent der Parsifal-Uraufführung 1882, an dem sowohl Wagner wie König Ludwig II. gegen Anfeindungen von anderer Seite bestanden, oder der österreichisch-amerikanische Bassbariton Friedrich Schorr. Schorr war von 1925 bis 1931 als Wotan, Hans Sachs und Fliegender Holländer engagiert. Eine enge künstlerische Zusammenarbeit verband Richard Wagner zudem mit dem deutsch-jüdischen Opernimpresario Angelo Neumann, der Wagners „Ring“-Inszenierung von 1876 in den Originalkulissen der Bayreuther Festspiele auf Theatertourneen durch ganz Europa bekannt machte.

Die ersten Festspiele begannen am 13. August 1876; sie boten die Uraufführung des kompletten Rings des Nibelungen an drei Tagen und einem Vorabend. Zu den Gästen gehörten Franz Liszt, Anton Bruckner, Karl Klindworth, Camille Saint-Saëns, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, Lew Tolstoi, Paul Lindau, Friedrich Nietzsche und Gottfried Semper, ferner Kaiser Wilhelm I., Kaiser Pedro II. von Brasilien und König Karl von Württemberg. König Ludwig II. hatte vom 6. bis zum 9. August die Generalproben besucht und kam zum dritten und letzten Aufführungszyklus nochmals nach Bayreuth, wobei er sich allen öffentlichen Huldigungen entzog

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Der künstlerische Erfolg der Aufführungen wurde durch einige bühnentechnische Pannen beeinträchtigt. Wegen des finanziellen Misserfolgs – es verblieben Schulden in Höhe von 148.000 Mark – konnten die nächsten Festspiele erst 1882 (mit der Uraufführung von Parsifal) durchgeführt werden. Wagner beabsichtigte, wie er in einem Brief an Ludwig II. schrieb, nach und nach alle seine Werke im Festspielhaus „in der Weise aufzuführen, dass diese Aufführungen als Muster der Korrektheit meiner nächsten Nachwelt überliefert werden können“. Wenige Monate darauf starb Wagner. Bis kurz vor seinem Tod trug er sich mit dem Gedanken, Tannhäuser und den Fliegenden Holländer umzuarbeiten, um sie „bayreuthwürdig“ zu machen. Eine Aufführung seiner Frühwerke (Das Liebesverbot, Die Feen, Rienzi) untersagte er zwar nicht, bekundete aber auch kein Interesse daran. Bis heute ist es in Bayreuth üblich, nur die zehn Hauptwerke von Holländer bis Parsifal zu spielen.

Wagner hatte keinen Nachfolger für die Leitung der Festspiele bestimmt. Nach seinem überraschenden Tod wurden sie von seiner Witwe Cosima fortgeführt und fanden zunächst unregelmäßig statt. Immer wieder musste aus wirtschaftlichen Gründen – der Festspielbetrieb war ein reines Privatunternehmen der Familie Wagner – ein Jahr pausiert werden, um finanzielle Engpässe zu überwinden. Auch war die Publikumsnachfrage nicht immer ausreichend, teilweise wurde vor nur mäßig gefülltem Haus gespielt. Nach Wagners Tod 1883 hatte Adolf von Groß, ein Freund der Familie Wagner, die Finanzverwaltung übernommen und eine „strikte Ausgabendisziplin“ eingeführt. So konnten die Festspiele allmählich finanziell gesichert werden. Die Kredite aus dem Privatvermögen des bayerischen Königshauses wurden von der Familie Wagner noch bis 1906 zurückgezahlt.

Die Festspiele selbst entwickelten sich im Wechsel zwischen künstlerischer Stagnation und Innovation. Cosima Wagner, die ab 1886 selbst Regie führte, hatte eine strenge Vorstellung von Werktreue. 1908 übergab sie auf dringenden Rat ihrer Ärzte die Leitung der Festspiele ihrem Sohn Siegfried Wagner, der schrittweise eine Modernisierung der Aufführungen ermöglichte. Der Erste Weltkrieg erzwang 1914 einen Abbruch der laufenden Saison; die Rückerstattung gelöster Karten verursachte ein hohes Defizit, so dass erst 1924 wieder Festspiele durchgeführt werden konnten. 1921 nahm eine neue Deutsche Festspiel-Stiftung mehr als 5 Millionen Mark aus dem Verkauf von Patronatsscheinen ein. Die Inflation der Jahre 1921/22 entwertete dieses Vermögen jedoch, so dass erst nach zehnjähriger Pause, am 22. Juli 1924, die Festspiele unter Leitung von Siegfried Wagner wieder eröffnet werden konnten. Die Meistersinger-Premiere geriet zu einer unverhohlen nationalistischen Veranstaltung; unter den Gästen waren Erich Ludendorff und Heinrich Claß. Der Schlussapplaus nach dem 3. Akt mündete in das vom Publikum stehend gesungene Deutschlandlied. Die Festspielleitung sah sich dadurch zu einem Aufruf genötigt, dass solche Bekundungen zu unterbleiben haben.

In seinem Testament von 1929 legte Siegfried Wagner fest, dass die Festspiele dauerhaft in der Verantwortung der Familie Wagner liegen sollen und nur Werke Richard Wagners in Bayreuth aufgeführt werden dürfen. Würden diese Auflagen nicht erfüllt, fällt das Festspielhaus an die Stadt Bayreuth, die ihrerseits an diese Auflagen gebunden wäre. Ob die Verfügung bezüglich des Ausschlusses anderer Werke noch bindend ist, wurde wiederholt diskutiert.

Problematisch waren auch die Festspiele zu Anfang der 1930er-Jahre: 1930 starb Siegfried Wagner erst 61-jährig an einem während der Probenzeit erlittenen Herzinfarkt, die Festspiele wurden von seiner Witwe Winifred Wagner übernommen. Auch zwischen dem neuen Dirigenten Arturo Toscanini und den beiden anderen Dirigenten der Jahre 1930 und 1931 Karl Muck und Wilhelm Furtwängler kam es immer wieder zu Spannungen und Eifersüchteleien. Toscanini widerrief kurz vor Beginn der Proben für die Festspiele des Jahres 1933 seine Zusage, da nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland eine ausländer- und vor allem judenfeindliche Stimmung herrschte.

Die Nähe von Winifred Wagner zu Reichskanzler Adolf Hitler stellte sicher, dass die Festspiele ab 1933 staatlich finanziert und aller Sorgen enthoben waren. Dies trug wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1945 „Wagner an der Kulturbörse unter Null gehandelt“ wurde (Zitat Hans Mayer). Thomas Mann bezeichnete Bayreuth als Hitlers Hoftheater. Hitler hatte Bayreuth zuletzt 1940 besucht.

Ab diesem Zeitpunkt wurden auf Anordnung Hitlers sogenannte Kriegsfestspiele durchgeführt. Die NS-Organisation Kraft durch Freude mit ihrer Abteilung Urlaub und Reisen übernahm den Kartenverkauf. Leiter dieser Abteilung war Bodo Lafferentz, der 1943 durch Heirat mit Verena Wagner Winifreds Schwiegersohn wurde. Lafferentz übernahm die Zuteilung der Karten, die vor allem verwundete Soldaten mit ihrem Pflegepersonal sowie Rüstungsarbeiter erhielten. Ab 1941 wurden die Festspiele immer mehr durch den Krieg beeinflusst. Da in der ersten Festspielwoche 1941 bereits ab ca. 21 Uhr totale Verdunkelung angeordnet war, begannen die Aufführungen schon kurz nach Mittag. 1944 standen nur noch die Meistersinger von Nürnberg auf dem Programm. Die letzte der zwölf Aufführungen des Jahres fand am 9. August statt. Es war die vorletzte Opernaufführung im Dritten Reich, die letzte war die öffentliche Generalprobe der Die Liebe der Danae von Richard Strauss im Salzburger Festspielhaus am 16. August 1944.

Im Rahmen der Entnazifizierung konzentrierte sich das Verfahren vor der Spruchkammer Bayreuth auf die Person Winifred Wagners, statt die Verstrickungen des gesamten Festspielbetriebs zu untersuchen. Winifred wurde In der Berufungsinstanz als Mitläuferin eingestuft und nachdem sie rechtsverbindlich zugunsten ihrer Söhne Wieland und Wolfgang Wagner auf die Leitung der Festspiele verzichtet hatte, nur mit geringen Auflagen belegt, die für sie keine größeren und für die Neugründung der Festspiele durch ihre beiden Söhne Wieland und Wolfgang keinerlei Einschränkungen darstellten. So war der Weg frei für die Wiederaufnahme der Festspiele.

1949 wurde die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gegründet, die sich zum Ziel setzte, Geldspenden zur Durchführung der Festspiele einzuwerben. Bereits an Pfingsten 1950 standen 400.000 DM bereit. Bis heute hat die „Gesellschaft der Freunde“ Spenden-Zuwendungen in Höhe von 60 Millionen Euro zugunsten der Bayreuther Festspiele geleistet.

Bei diesem Neuanfang lag die gemeinsame künstlerische und organisatorische Leitung den Enkeln des Festspielgründers, Wieland und Wolfgang Wagner. Ihnen gelang es, jährliche Festspiele – mit meist einer Neuinszenierung pro Saison – zu etablieren. Die ersten Nachkriegsfestspiele begannen am 30. Juli 1951 mit einer viel beachteten Inszenierung des Parsifal durch Wieland Wagner.

Auf dem Spielplan steht seither traditionell eine wechselnde Auswahl aus den Hauptwerken Richard Wagners: Der fliegende Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Der Ring des Nibelungen (mit den vier Teilen Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung), Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal.

Gelegentlich wurde auch Beethovens 9. Sinfonie im Festspielhaus aufgeführt. Richard Wagner selbst hatte dieses Werk am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus dirigiert, aus Anlass der Grundsteinlegung für das Festspielhaus. Im Rahmen der Festspiele erklang die 9. Sinfonie unter Leitung von Richard Strauss (1933), Wilhelm Furtwängler (1951, 1954), Paul Hindemith (1953), Karl Böhm (1963) und Christian Thielemann (2001). Zum 100. Todestag von Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt wurde 1986 dessen Faust-Sinfonie aufgeführt.

Verschiedentlich gingen neue Impulse für Oper und Musiktheater von Bayreuth aus, so ab 1951 durch die Inszenierungen von Wieland Wagner, der mit seiner radikalen „Entrümpelung“ der Bühne einen ästhetischen Neuanfang wagte, der stilbildend bis in die 1970er-Jahre wirkte. 1976 geschah durch die Ring-Inszenierung von Patrice Chéreau zum 100-jährigen Jubiläum der Festspiele (Jahrhundert-Ring) erneut eine umfassende stilistische Veränderung und Erneuerung, die zunächst auch heftige Verstörung und Proteste hervorrief, später aber als richtungweisend und künstlerisch überragend anerkannt wurde.

Musikalisch gelten die Festspielaufführungen – insbesondere bezogen auf Chor und Orchester – als weltweit außerordentlich, was auch mit der architektonischen und akustischen Besonderheit des Gebäudes (s. a. mystischer Abgrund) zu tun hat. Die Solisten werden für die jeweilige Saison eingeladen, wobei in den Anfangsjahren die Ehre der Einladung und die darauf folgenden Aufträge kompensierten, dass sie in der Regel weit unterhalb ihrer Normalverdienste bezahlt wurden. Astrid Varnay wird zitiert mit den Worten: „In Bayreuth wird gearbeitet, das Geld verdienen wir woanders.“ Dieser Grundsatz geht auf Richard Wagner selbst zurück, der erklärte: „Die Sänger und Musiker erhalten von mir nur Entschädigungen, keine Bezahlung. Wer nicht aus Ehre und Enthusiasmus zu mir kommt, den lasse ich wo er ist.“ Dieser Grundsatz wurde in den folgenden Jahrzehnten aufgeweicht, so dass „kein Künstler alleine Neubayreuth zuliebe auf eine gerechte Entlohnung verzichtet“ (Michael Karbaum). Machten Anfang der 1950er Jahre die Personalkosten noch knapp unter 50 % des Gesamtetats aus, wurden in den 1970er Jahren 78–80 % für Gehälter und Gagen ausgegeben, was den Maßstäben anderer großer Bühnen oder Festspiele entspricht.

Jährlich finden 30 Aufführungen statt. Die Vorstellungen beginnen, wie zur Zeit Richard Wagners, bereits am Nachmittag, zwischen den Aufzügen gibt es einstündige Pausen, die wegen der Länge von Wagners Werken durchaus angemessen sind und inzwischen auch an anderen Theatern für Wagner-Aufführungen eingeführt wurden.

Über Jahrzehnte waren die 30 Vorstellungen lange im Voraus ausverkauft. Sie können von ca. 58.000 Zuschauern gesehen werden. Dieser Zahl gegenüber stand in manchen Jahren eine Nachfrage von bis zu 500.000 Kartenbestellungen, so dass mit Wartezeiten von zehn und mehr Jahren gerechnet werden musste. In Folge entwickelte sich ein Schwarzmarkt mit Festspieltickets, dem wiederum durch personalisierte Eintrittskarten und Kontrollen begegnet werden sollte. Für die Meistersinger des Jahres 1996 ist der Zorn Wolfgang Wagners über einen Kartenverkauf zum Zehnfachen des Normalpreises überliefert. Diese intransparente Entwicklung war das Resultat der Kartenvergabepraxis der Wagner-Familie, zumindest bis zum Ende der Ära Wolfgang Wagner: Niemand wusste, wie viel reguläre Karten in den freien Verkauf gingen und wie viele Günstlinge, Sponsoren und Freundeskreise auf der Zuteilungsliste der Festspielleitung standen. Unklar war damit auch, wer wirklich die Aufführungen besuchte oder zugeteilten Karten gewinnbringend weiterverkaufte.

2011 wurde bekannt, dass nur rund 40 % der Karten in den freien Verkauf kamen, die Mehrheit war in Form von Kontingenten besonderen Zielgruppen zum Kauf angeboten worden. Der größte Empfänger war mit 14.000 Karten jährlich die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, von der die Festspiele jedes Jahr mit Spenden in Höhe von bis zu 3 Millionen unterstützt wurden. Weitere Kontingente von Kauf-Karten wurden Firmensponsoren, der Stadt Bayreuths, dem Bezirk Oberfranken und der Bayerischen Staatskanzlei zur Verfügung gestellt. Wagner-Freundeskreise und Musikerorganisationen wurden genauso berücksichtigt wie Journalisten (1000 kostenlose Presse-Tickets zuzüglich eines gesonderten Kontingents für den Bayerischen Rundfunk). Reiseveranstalter erhielten ebenfalls Kartenzuteilungen, die sie zu Paketen mit Unterkunft und Gastronomie bündelten. Der Bundesrechnungshof kam 2011 zum Ergebnis, dass die Vergabe dieser Kontingente „mit den Förderzielen des Bundes unvereinbar“ sei.

Als Reaktion auf die Kritik beendeten die Festspiele 2012 zunächst die Tradition, ursprünglich zwei, ab 2010 eine Vorstellung exklusiv für Mitglieder des DGB Bayern vergünstigt anzubieten, um dessen Verdienste für die Neubegründung der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg zu würdigen. Die Karten für diese Vorstellungen waren laut Medienberichten in der Vergangenheit in besonders hohem Maß auf dem Schwarzmarkt angeboten worden, so dass die eigentliche Zielgruppe nur bedingt erreicht wurde. 2012 wurde die Kartenvergabe vollkommen neu geregelt: Ab 2012 kamen ca. 65 % der Karten in den freien Verkauf, weshalb der Richard-Wagner-Verband wie alle 138 Wagner-Verbände keine Kontingente mehr erhielten. Auch Reisebüros bekamen keine Tickets mehr. Weiterhin bevorzugt behandelt wird die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Folge dieser Veränderungen war jedoch, dass inzwischen die Nachfrage nach Karten für die Bayreuther Festspiele stark zurückgegangen ist. 2016 waren selbst am Tag vor der Premiere noch nicht alle Vorstellungen ausverkauft. Leere Plätze bei einigen Vorstellungen waren bereits in den Jahren vorher verschiedentlich aufgefallen.

Der reguläre Eintrittskartenpreis liegt im Jahr 2016 zwischen 30 und 320 Euro (Plätze mit Sichteinschränkung für 25 und 10 Euro). Im Verhältnis zur allgemein hohen künstlerischen Qualität gelten die Preise, auch verglichen mit anderen Festivals, als äußerst maßvoll. Lange Zeit galt die Mitgliedschaft bei den Freunden von Bayreuth, mit weiteren Kosten (hoher Mitgliedsbeitrag und erwünschte Spenden) verbunden war als sichere Möglichkeit, um überhaupt regelmäßigen Zugang zu Eintrittskarten zu bekommen. Auf dem Schwarzmarkt wurden Aufschläge von bis zu 700 Prozent auf den regulären Eintrittspreis bezahlt.

Inzwischen werden für einen Teil der Vorstellungen Eintrittskarten auch online verkauft, in der Saison 2013 zunächst für eine Vorstellung, die in wenigen Minuten ausverkauft war. Seit Jahrgang 2014 werden Kartenkontingente online verkauft. Sie waren zunächst nach kürzester Zeit vergriffen.

Der Richard-Wagner-Verband vergibt jährlich Stipendien, vornehmlich um Studierenden einen unentgeltlichen Besuch der Aufführungen zu ermöglichen. Auch damit wird versucht, der Idealvorstellung Richard Wagners, jedem ernsthaft Interessierten ungeachtet seiner finanziellen Möglichkeiten den Besuch der Festspiele zu ermöglichen, gerecht zu werden.

Träger des Bayreuther Festspielhauses ist seit 1973 die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth. Stiftungsmitglieder sind die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, der Bezirk Oberfranken und Mitglieder der Familie Wagner. Geschäftsführer des Stiftungsrates ist der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth (derzeit Brigitte Merk-Erbe). Die Festspiele werden seit 1986 von der Bayreuther Festspiele GmbH durchgeführt

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Der Etat der Festspiele beträgt 16 Millionen Euro pro Jahr (Stand: 2012). Der Bund, das Land Bayern und die Stadt Bayreuth bezuschussen den Festspielbetrieb jährlich mit sieben Millionen Euro, der Anteil der Stadt wurde 2016 von 1 Million auf 1,11 Millionen Euro heraufgesetzt.

Künstlerischer Leiter der Festspiele war seit der Wiedereröffnung 1951 und bis zu seinem Rücktritt am 31. August 2008 Wolfgang Wagner (bis 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland). Durch die Diskussion über seine möglichen Nachfolger (Nike Wagner, Eva Wagner-Pasquier und Wieland Lafferentz oder Gudrun Wagner und Katharina Wagner) ist seine Person in den 1990er- und 2000er-Jahren häufig in den Medien aufgetaucht. 2001 fiel die Entscheidung entgegen dem Willen Wolfgang Wagners zugunsten von Eva Wagner-Pasquier aus, die jedoch kurze Zeit nach der Wahl auf das Amt verzichtete, da sich Wolfgang Wagner auf seinen Vertrag auf Lebenszeit berief und seinen Posten nicht freiwillig aufgeben wollte. Nach dem plötzlichen Tod von Gudrun Wagner im November 2007, Wolfgang Wagners Ehefrau und persönlicher Mitarbeiterin, war angesichts des hohen Alters des Festspielleiters die Nachfolgefrage wieder aktuell. Im April 2008 hat Wolfgang Wagner selbst eine Nachfolgelösung, bestehend aus seinen beiden Töchtern (die Halbschwestern Eva und Katharina), ins Gespräch gebracht und seinen Rücktritt angekündigt, falls der Stiftungsrat sich für die beiden als gemeinsames Leitungsteam der Bayreuther Festspiele aussprechen würde.

Nachdem sowohl Katharina Wagner als auch Eva Wagner-Pasquier ihre Bereitschaft zur Kooperation signalisiert hatten, erklärte Wagner in einem Brief an den Stiftungsrat, zum 31. August 2008 sein Amt als Festspielleiter niederzulegen. Eine Woche vor Ablauf der Bewerbungsfrist und dem Zusammentreten des Stiftungsrates zur Neubesetzung am 1. September 2008 bewarb sich auch Nike Wagner, die Leitung der Festspiele gemeinsam mit den renommierten Kulturmanager Gerard Mortier zu übernehmen. Der Stiftungsrat wählte in dieser Sitzung die beiden Töchter Wolfgang Wagners, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, zu neuen Leiterinnen der Bayreuther Festspiele.

Nach dem Ende ihres Vertrags von 2008 ist Eva Wagner-Pasquier aus der Leitung ausgeschieden, seitdem führt Katharina Wagner die Festspiele allein. Ihr zur Seite stand bis Ende 2015 Heinz-Dieter Sense als Geschäftsführer der Festspiele GmbH, seit 2016 Holger von Berg in gleicher Funktion. Am 29. Juni 2015 wurde bekannt, dass Christian Thielemann bereits am 15. März 2015 und mit Wirkung bis zum Jahre 2020 zum Musikdirektor der Bayreuther Festspiele berufen wurde, eine Position, die es bislang noch nicht gab. Bereits seit 2010 war Thielemann musikalischer Berater der Festspielleitung und soll in dieser neuen Position seine Erfahrungen weitergeben und sich grundsätzlich mit allen musikalischen Belangen des Hauses befassen. Bei einer Pressekonferenz der Festspiele am 25. Juli 2015 wurde bekannt, dass hierbei Thielemanns Aufgaben seien, das Klangbild der Bayreuther Festspiele mit zu prägen, die Orchesterbesetzung auszuwählen und einen Stamm von Assistenten aufzubauen. Zudem wird er in dieser Funktion die Künstlerische Geschäftsleitung beraten und international Solisten besorgen. Thielemann ist als Musikdirektor der erste nicht Blutsverwandte von Richard Wagner, der bei den Bayreuther Festspielen eine Leitungsfunktion übernommen hat.

Farbig markiert sind die Wirkungszeiten der jeweiligen Festspielleiter, bezogen auf das Jahr der Premiere.

Für das Jahr 2016 war Jonathan Meese für ein Gesamtkonzept (Regie, Bühnenbild, Kostüme) des Parsifals engagiert, er wurde von seinem Vertrag am 14. November 2014 von der Festspielleitung entbunden. Als offizielle Begründung wurde ein unschlüssiges Finanzkonzept angegeben. Am 30. Juni 2016, 25 Tage vor der Festspieleröffnung, bat Andris Nelsons um eine Vertragsauflösung für sein Parsifaldirigat für die Saison 2016. Am 5. Juli wurde bekannt gegeben, dass Hartmut Haenchen das Parsifaldirigat für die Saison 2016 übernahm.

Als „Blaue Mädchen“ wurden die Türsteherinnen des Festspielhauses in Bayreuth bezeichnet. Der Name entstand aus der bis 2008 traditionell blauen Farbe ihrer Uniform. Seit dem Festspielsommer 2009 sind sie jedoch einheitlich grau gekleidet.

In früher Zeit waren es vorzugsweise unverheiratete junge Damen aus der näheren Umgebung von Bayreuth, heute dominieren Studentinnen der theater- und operbezogenen Studiengänge aus Bayreuth, Deutschland, Europa und der Welt. Sie haben die Möglichkeit, sich in ihrem Dienst annähernd alle 30 Aufführungen einer Festspielsaison der Richard-Wagner-Festspiele anzuschauen und anzuhören. Ab der Saison 2015 sind auch erstmals männliche „Blaue Mädchen“ im Einsatz.

Von 1952 bis 1987 nahm Siegfried Lauterwasser als Bühnenfotograf die Inszenierungen der Bayreuther Festspiele auf.

Am 18. August 1931 übertrug die Deutsche Stunde in Bayern erstmals eine Aufführung live aus dem Festspielhaus: Tristan und Isolde, dirigiert von Wilhelm Furtwängler. Angeschlossen waren über 200 europäische, amerikanische und afrikanische Sender; es war die „erste Weltsendung in der Geschichte des Rundfunks“.

Von einigen Bayreuther Inszenierungen gibt es Filmaufzeichnungen, u. a.:

2008 fand als Live-Übertragung aus dem Festspielhaus das erste Public Viewing einer Aufführung der Bayreuther Festspiele statt. Bei den Bayreuther Festspielen 2010 war das erste Public Viewing für Kinder am Vormittag mit der Filmaufführung der Kinderoper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg sowie dem interaktiven Wagner-Erlebnisparcours und Rahmenprogramm für Kinder im Anschluss. Die Aufführungen konnten auch als Livestream im Internet verfolgt werden.

Nachdem sich der Sponsor Siemens zurückzog, gab es 2012 kein Public Viewing auf dem Volksfestplatz. Stattdessen wurde am 11. August eine Vorstellung des Parsifal live in über hundert Kinos gezeigt. Das Pausenprogramm mit Einblicken hinter die Kulissen und Interviews wurde moderiert von Katharina Wagner, Klaus Florian Vogt und Axel Brüggemann. 2013 wurde in ähnlicher Weise eine Aufführung des Fliegenden Holländers, 2014 eine des Tannhäusers und 2015 eine des Tristans in der Inszenierung von Katharina Wagner im Kino übertragen. Für 2016 ist eine Übertragung der neuen Parsifal-Produktion geplant.

Seit Wiederaufnahme der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 gibt es an den Aufführungstagen jeweils Einführungsvorträge zu den an den gleichen Tagen stattfindenden Vorstellungen. Als Referenten dieser von Wieland Wagner vorgeschlagenen Veranstaltungsreihe wirkten zunächst Erich Rappl und ab 1998 Stefan Mickisch. Seit einigen Jahren finden zwei Einführungsvorträge zu jeder Vorstellung statt, Referenten sind bzw. waren Stefan Mickisch und Detlev Eisinger (in dieser Funktion von 2002 bis einschl. 2008). Oft werden mehr als 10.000 Zuhörer pro Saison gezählt. An einzelnen Tagen werden auch Vorträge in englischer und französischer Sprache angeboten. Ab dem Jahr 2009 wird einer der Einführungsvorträge im Haus Wahnfried vom Leiter des Museums gehalten. Zusätzlich gibt es inszenierungsbezogene Einführungsvorträge im Festspielhaus, die aber für Personen reserviert sind, die eine Eintrittskarte für die jeweilige Aufführung besitzen. Seit 2013 werde auch allgemein zugängliche Einführungsvorträge jeweils zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn in der Walhall-Lounge direkt auf dem Festspielgelände angeboten.

2009 wurde auf der Probebühne IV des Festspielhauses eine etwa einstündige, für Kinder von sechs bis zehn Jahren konzipierte Bearbeitung des Fliegenden Holländers gespielt (Textfassung: Alexander Busche; Einrichtung für 19 Musiker / musikalische Leitung: Christoph Ulrich Meier; Regie: Alvaro Schoeck, Bühnenbild: Merle Vierck; Kooperationspartner: Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin).

2010 wurde eine Tannhäuser-Bearbeitung gespielt, 2011 ein Ring für Kinder, 2012 eine kindgerechte Fassung der Meistersinger von Nürnberg (Regie: Eva-Maria Weiss; musikalische Leitung: Hartmut Keil), 2013 (Regie: Michael Höppner; musikalische Leitung: Boris Schäfer) eine von Tristan und Isolde, 2014 ein Lohengrin (Regie: Maria-Magdalena Kwaschik; musikalische Leitung: Boris Schäfer) und 2015 Parsifal in einer Fassung von Katharina Wagner (Regie: Tristan Braun; musikalische Leitung: Boris Schäfer). Für 2016 ist eine Holländer-Produktion geplant. Die 10 Aufführungen finden in den ersten zwei Festspielwochen statt (25. Juli – 10. August) und werden seit 2009 auf der Probebühne IV gezeigt. Das Kinderfestspielorchester ist das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder). Eine Besonderheit ist die Mitwirkung von Kindern in der Produktion durch Kostümwettbewerbe oder als Statisten auf der Bühne.

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Liste der größten Unternehmen in Schweden

Die Liste der größten Unternehmen in Schweden enthält die vom Forbes Magazine in der Liste Forbes Global 2000 veröffentlichten größten börsennotierten Unternehmen in Schweden

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. Das oft als eines der größten Unternehmen Schwedens bezeichnete IKEA (Umsatz 2011 EUR 24,7 Mrd.) hat seinen Hauptsitz in Leiden, Niederlande.

Die Rangfolge der jährlich erscheinenden Liste der 2000 größten börsennotierten Unternehmen der Welt errechnet sich aus einer Kombination von Umsatz, Nettogewinn, Aktiva und Marktwert. Dabei wurden die Platzierungen der Unternehmen in den gleich gewichteten Kategorien zu einem Rang zusammengezählt. In der Tabelle aufgeführt sind auch der Hauptsitz, die Mitarbeiterzahl und die Branche. Die Zahlen sind in Milliarden US-Dollar angegeben und beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2011, für den Marktwert auf den Börsenkurs im April 2012.

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Synagoge Idstein

Die ehemalige Synagoge in der Taunusstadt Idstein in Hessen in der Felix-Lahnstein-Straße 1 ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus. Das Gebäude beherbergt heute eine Gaststätte und mehrere Wohnungen. Es unterscheidet sich als traufständiger, verputzter Fachwerkbau mit überbautem Hoftor nicht von den benachbarten Ackerbürgerhäusern.

1789 beantragte die örtliche jüdische Gemeinde bei den Behörden den Erwerb eines Hauses zum Umbau in eine Synagoge. Der Antrag wurde mit dem Verweis abgelehnt, man wolle zu „der seit einiger Zeit ohnehin sich begebenden Vermehrung“ der Juden nicht beitragen.

1793 erhielt die Gemeinde die Genehmigung zum Bau der Synagoge. Diese wurde dann auch als Judenschule bekannt, was mit der üblichen Unterrichtung der jüdischen Kinder zusammenhängt.

Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und renoviert, unter anderem umfangreich in den Jahren 1875 (mit teilweisem Neubau) und 1935. Der im Obergeschoss befindliche Betraum hatte 40 Plätze für Männer, 18 für Frauen. Das Frauenabteil befand sich etwas erhöht gegenüber dem Männerabteil. Im Haus soll sich eine Mikwe befunden haben. Das Gebäude diente außerdem als Lehrerwohnung.

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge verwüstet, das Inventar und Mobiliar zerstört

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. Im Dezember 1938 ging das Gebäude in nichtjüdischen Besitz über. Der Käufer betrieb im Hof eine Schrotmühle und ließ die Synagoge zum Wohnhaus umbauen

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.

Seit 1945 wurde das Gebäude als Mehrfamilienwohnhaus benutzt. Eine Gedenktafel an einem Nachbargebäude erinnert an Felix Lahnstein – den letzten jüdischen Gemeindevorsteher – und die ehemalige Synagoge. Die Felix-Lahnstein-Straße trägt diesen Namen seit 1945

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. Bis 1934 trug sie den Namen Judengasse, von 1934 bis 1945 den Namen Hintere Borngasse. Versuche der Stadt Idstein, das sanierungsbedürftige Haus zu kaufen, scheiterten bisher.

Koordinaten:

Johannes Schneider (Pfarrer)

Johannes Schneider (* 11. Januar 1824 in Dittmannsdorf, Landkreis Neustadt O.S.; † 7. Dezember 1876 in Breslau) war ein deutscher römisch-katholischer Pfarrer in Breslau. Er war bewegt von der sozialen Frage seiner Zeit und karitativ engagiert, vor allem durch Gründung der Kongregation der Marienschwestern von der Unbefleckten Empfängnis. 2001 wurde das Seligsprechungsverfahren für ihn eröffnet.

Schneider entstammte einer Landarbeiterfamilie. Durch Vermittlung des Ortspfarrers konnte er das Jesuiten-Gymnasium in Neiße besuchen. Nach dem Abitur im Jahr 1845 begann er das Theologiestudium an der Universität Breslau. Schul- und Studienjahre waren von kargsten Lebensumständen geprägt. 1848 wurde er ins Priesterseminar des Bistums Breslau aufgenommen und empfing am 1. Juli 1849 im Breslauer Dom die Priesterweihe.

Durch seine Herkunft kannte er die Armut der Landarbeiter; als Kaplan in Wansen lernte er die Nöte der neuen Fabrikarbeiterklasse kennen. 1851–1854 war er Kaplan an der Sandkirche im Zentrum von Breslau, danach Kurat und ab 1869 Pfarrer an St. Matthias.

1854 wurde der neue Breslauer Fürstbischof Heinrich Förster auf die Probleme der Landmädchen aufmerksam gemacht, die mit kaum 15 Jahren in die Stadt geschickt wurden, um als Dienstboten ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und dabei oft ins soziale Elend und in die Prostitution gerieten. Er beauftragte Johannes Schneider, der dafür vom Priesterkonvent einstimmig gewählt worden war, mit der Gründung eines Hilfsvereins. Der Verein zur sittlichen Hebung weiblicher Dienstboten wurde im Oktober desselben Jahres formell etabliert und von Schneider im Blick auf die bevorstehende Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens am 8. Dezember 1854 St. Marienverein genannt und unter dieses besondere Patrozinium gestellt. Mitglieder konnten sowohl Dienstmädchen wie hilfswillige „Herrschaften“ werden. Der Verein bot vorübergehende Unterkunft, Stellenvermittlung, fachliche und religiöse Bildung, Krankenpflege und Gemeinschaft.

Der Verein wuchs schnell und konnte nach einer provisorischen Wohnung 1857 ein eigenes Haus erwerben. 1862 erhielt er die staatliche Anerkennung als juristische Person und war 1870 schuldenfrei. Die Organisation galt als vorbildlich, und Schneider wurde für ähnliche Gründungen in anderen Städten als Berater herangezogen.

Von Anfang an hatte Schneider die Absicht, als Kern des Vereins eine neue Ordensgemeinschaft zu gründen, wie es fast zeitgleich mit den Elisabethschwestern und den Hedwigschwestern gelungen war. Der Anfang dafür konnte 1863 mit vier Schwestern gemacht werden, die sich durch private Gelübde zu Besitzlosigkeit

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, hingebender Arbeit und zum gemeinschaftlichen Gebet verpflichteten und eine Ordenstracht erhielten. Zur ersten Oberin wählte die Gemeinschaft 1864 Mathilde Scholz.

Schneider wartete bis 1867 mit der Bitte an den Fürstbischof um Anerkennung der neuen Gemeinschaft als Kongregation. Dieser leitete die Anfrage 1868 nach Rom weiter, wo sie jedoch verloren ging. Dadurch blieb die kirchenrechtliche Stellung der Schwestern unklar und es kam zu Irritationen zwischen Schneider und dem Ordinariat. Aus demselben Grund entging Schneiders Gründung aber auch der Schließung im Bismarckschen Kulturkampf

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Johannes Schneider starb im 53. Lebensjahr infolge einer langjährigen Magenkrankheit und wohl auch an Überarbeitung. Das Requiem am 11. Dezember 1876 zelebrierte Robert Spiske. Er wurde auf dem Friedhof Breslau-Oswitz beigesetzt. Seine Gemeinschaft wuchs, erlangte die volle kirchliche Anerkennung und hielt die Erinnerung an ihren Gründer wach. Sein Sterbekreuz und einige Reliquien wurden anlässlich einer Umbettung auf den Laurentiusfriedhof 1944 geborgen. 1969 wurden seine sterblichen Überreste in die Sandkirche überführt. Dokumente seines heiligmäßigen Lebens wurden gesammelt. Am 16. Mai 2001 wurde ihm in Breslau, als offizieller Beginn des Seligsprechungsverfahrens, der Titel Diener Gottes verliehen.

Girabola 1982

Der Girabola 1982 war die vierte Saison des Girabola, der höchsten Spielklasse im Fußball in Angola

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. Es nahmen 14 Mannschaften teil, die je zwei Mal gegeneinander antraten.

Der Atlético Petróleos Luanda aus der Hauptstadt Luanda gewann erstmals die Meisterschaft. Primeiro de Maio aus Benguela wurde angolanischer Pokalsieger. Zu einem Zusammentreffen der zwei in einem Supercup kam es nicht, der angolanische Supercup wurde erstmals 1985 ausgespielt.

Vor allem bedingt durch die Wirren und Zerstörungen des angolanischen Bürgerkriegs (1975–2002) sind nur einige Eckdaten der Saison verzeichnet. So hat der Meister Petro Luanda den Pokalsieger Primeiro de Maio im Ligabetrieb 6:2 im Hinspiel zuhause geschlagen, während sie sich im Rückspiel 1:1 trennten. Das einzige weitere vermerkte Einzelergebnis ist der 3:0-Heimsieg von Petro Luanda gegen den GD Sagrada Esperança aus Dundo.

Petro Luanda war am Ende angolanischer Meister und nahm daher an der Vorrunde des African Cup of Champions Clubs 1983 teil.

1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016

Reichsgericht (Österreich)

Reichsgericht war die Bezeichnung des öffentlich-rechtlichen Gerichtshofes der im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder Österreich-Ungarns, der von 1869 bis Anfang 1919 bestand. Der Gerichtshof mit Sitz in Wien übte dem Staatsgrundgesetz von 1867 zufolge bereits einige jener Funktionen aus, die in der Republik Österreich vom Verfassungsgerichtshof wahrgenommen werden, wurde aber entsprechenden Vorschlägen zum Trotz nicht umfassend mit der Verfassungsgerichtsbarkeit betraut.

Die im Gefolge des österreichisch-ungarischen Ausgleichs von 1867 für die österreichische Reichshälfte erlassene so genannte Dezemberverfassung, in Kraft getreten am 22. Dezember 1867, umfasste sechs Grundgesetze, darunter auf Initiative des Verfassungsausschusses des Reichsrates das Staatsgrundgesetz über die Einsetzung eines Reichsgerichts. Gedanklich griff man dabei auf Bestimmungen in Verfassungsentwürfen von 1848 / 1849 zurück, die bereits ein Reichsgericht vorgesehen hatten.

Das Reichsgericht hatte die Aufgabe,

Nicht zuständig war das Reichsgericht zur Entscheidung über Anklagen von Abgeordneten zum Reichsrat gegen Minister und über strafrechtliche Anklagen gegen Minister. Dazu wurde 1867 ein Staatsgerichtshof vorgesehen, der niemals tätig wurde.

Das Reichsgericht hatte seinen Sitz in Wien (1., Nibelungengasse 4). Es nahm seine Tätigkeit am 21. Juni 1869 auf. Es bestand aus einem Präsidenten (erster Amtsinhaber war Karl von Krauß, ehemaliger Justizminister) und einem Vizepräsidenten, beide ohne offiziellen Vorschlag vom Kaiser ernannt, sowie aus zwölf sachkundigen Mitgliedern und vier Ersatzmännern, ebenfalls vom Kaiser ernannt. Die beiden Kammern des Reichsrates, Herrenhaus und Abgeordnetenhaus, hatten das Recht, für je sechs Mitglieder und zwei Ersatzmänner Dreiervorschläge zu erstatten. Alle Ernennungen erfolgten auf Lebenszeit

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1913 wurde der Tiroler Karl Grabmayr von Angerheim vom Kaiser zum (letzten) Präsidenten des Reichsgerichts berufen mcm taschen sale. Das Gericht kündigte noch am 23. November 1918, als die Monarchie schon zerfallen war, in der amtlichen Wiener Zeitung öffentliche Sitzungen vom 9. bis zum 17. Dezember an, bei denen u. a. Angelegenheiten aus Galizien verhandelt worden wären. Zehn Tage später wurde die Dezembersession ohne Angabe von Gründen auf unbestimmte Zeit vertagt.

Für das Gebiet des Staates Deutschösterreich wurden die Aufgaben des Reichsgerichts auf Grund des Gesetzes vom 25. Jänner 1919 über die Errichtung eines deutschösterreichischen Verfassungsgerichtshofes, das am 30. Jänner 1919 kundgemacht wurde und damit in Kraft trat, diesem neuen Gerichtshof übertragen, als dessen erster Präsident Paul Vittorelli vom Staatsrat, dem Exekutivausschuss der Nationalversammlung, berufen wurde. Die andere Gebiete des ehemaligen Cisleithanien betreffenden Fälle wurden den jeweiligen Nachfolgestaaten übergeben. Karl Grabmayr wurde vom Staatsrat zum Präsidenten des neuen Verwaltungsgerichtshofes berufen.

Der Cop und der Snob

Der Cop und der Snob ist eine deutsche Krimiserie, die 2012 in der bislang einzigen Staffel auf Sat.1 lief. Die Hauptrolle als Cop wurde von Johannes Zirner, die als Snob von Marc Benjamin Puch übernommen.

Die Polizisten Gerry Waiblinger und Tristan Graf von Rehnitz sind neue Partner. Die neue Konstellation bringt dabei viele Konflikte mit sich mcm taschen sale, da die beiden nicht verschiedener sein könnten: Gerry ist ein normaler Mann, eher informell gekleidet und mit seinen Ermittlungsmethoden nicht immer auf der legalen Seite, während Tristan aus einer Adelsfamilie abstammt und immer korrekt und gut gekleidet auftritt.

Mit der Ausstrahlung der Serie begann Sat.1 im Oktober 2012

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, an einem Montag um 20:15 Uhr mit einer Doppelfolge. In den folgenden Wochen war um 20:15 jeweils eine Folge zu sehen

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. Aufgrund desolater Einschaltquoten zeigte der Sender allerdings nur die ersten fünf Folgen und ließ somit das Staffelfinale aus, welches am 27. November auf – dem erst wenige Monate zuvor gestarteten – Sat.1 emotions nachgeholt wurde.

Nach dem großen Erfolg der deutschen Serien Der letzte Bulle und Danni Lowinski im Programm von Sat.1 hatte der Sender bekannt gegeben, neue Serien zu etablieren. Im September hatten bereits Es kommt noch dicker und Auf Herz und Nieren den Anfang gemacht, bevor im Oktober Der Cop und der Snob folgte.

Von Quotenmeter.de bekam Der Cop und der Snob eine hervorragende Kritik. Den Autor Manuel Weis erinnert die Serie an Der letzte Bulle, wobei ihm das nicht negativ, sondern positiv auffällt. Weiter sei der Fall auf „grundsolidem Niveau“ und die Figuren würden gut miteinander harmonieren.